Entwicklung

Biogasanlage Bammersdorf

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Biogasanlage Schirnaidel

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Heizkraftwerk an der Schule

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Hackschnitzel und Photovoltaik am Bauhof

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Wasserkraftschnecke Neuses

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Mit gutem Beispiel voran

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Der Markt Eggolsheim nimmt eine herausragende Stellung im Bereich der Produktion und des Verbrauchs von regenerativen Energien ein. Seit 2010 betreibt die N-Ergie Nürnberg eine der größten Biogasanlagen Bayerns auf dem Gemeindegebiet. Ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen aus der Landwirtschaft wird im Gemeindeteil Bammersdorf eine 3,5 Megawatt große Bio-Erdgasanlage betrieben. Das erzeugte Biogas wird vor Ort gereinigt und auf Erdgasqualität aufbereitet. Dieses Bioerdgas wird mit einer eigenen Leitung nach Forchheim transportiert und dort in das Erdgasnetz der Stadtwerke Forchheim eingespeist. Annähernd 20 % des Erdgasverbrauchs der Stadt Forchheim werden Jahr für Jahr ersetzt durch das Bioerdgas aus Eggolsheim. Die hochmoderne Anlage ermöglicht vielen Landwirten ein zusätzliches Standbein in der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen.

Eine weitere landwirtschaftliche Biogasanlage steht in der Nähe des Weilers Schirnaidel. Mit 600 KW Leistung ist die Anlage in privater Trägerschaft eines Landwirts und produziert Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die Abwärme der Anlage wird in das bestehende Nahwärmenetz in Eggolsheim eingespeist. Durch diese Doppelnutzung mittels Kraft-Wärme-Kopplung wird der höchstmögliche Wirkungsgrad einer Biogasanlage erreicht. Ohne die Abwärmenutzung würden nur 40 % der eingesetzten Energie aus nachwachsenden Rohstoffen verwertet, mit der Wärmenutzung sind es annähernd 90 %.

Bereits 1999 wurde in Eggolsheim direkt an der Grund- und Mittelschule ein Biomasseheizwerk mit 550 kW Leistung errichtet. Dieses wird mit Hackschnitzeln aus heimischen Wäldern und aus der Grünpflege im Gemeindegebiet betrieben. Über ein Nahwärmenetz wird ein Großteil der öffentlichen Gebäude in Eggolsheim und zusätzlich viele gewerbliche und private Gebäude beheizt. In dieses Netz, das zwischenzeitlich erweitert wurde wird wie schon oben ausgeführt auch die Abwärme der nahegelegenen landwirtschaftlichen Biogasanlage eingespeist. Über das Nahwärmenetz werden folgende Gebäude versorgt: Die Grund- und Mittelschule mit Dreifachsporthalle und Veranstaltungssaal (Eggerbach-Halle), das Gemeindezentrum mit Rathaus, Bücherei, Kulturscheune und Tanzsaal, der Kindergarten St. Martin, das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin, der Jugendtreff, das alte Rathaus (Musikheim), die örtliche Volksbank, die Gaststätte Schwarzes Kreuz und viele private Wohngebäude. Im Zuge der Städtebauförderung wird das Nahwärmenetz noch erweitert mit dem Ziel möglichst viele weitere private und gewerbliche Objekte in der Eggolsheimer Ortsmitte mit regenerativer Energie zu versorgen. Im Rahmen von Dorferneuerungsverfahren in den Ortschaften Drügendorf und Neuses sollen ebenfalls Nahwärmenetze entstehen, die mit regenerativen Energien aus der Landwirtschaft versorgt werden.

Ein weiterer nennenswerter Beitrag zur Energieversorgung wird über die vielen Photovoltaikanlagen im Gemeindegebiet geleistet. Auf fast allen öffentlichen Gebäuden wie der Eggerbach-Halle, dem gemeindlichen Bauhof, dem gemeindlichen Supermarkt und auf vielen privaten Gebäuden wird mit Solarzellen direkt Strom erzeugt. Das Engagement der Gemeinde und der Bürger ist in diesem Bereich besonders hervorzuheben.Und schließlich nutzen viele Bürgerinnen und Bürger das heimische Holz in ihren Privathäusern. Kleine effiziente Hackschnitzelheizungen, moderne Stückgut- oder Pelletsheizanlagen und viele Kachelöfen nutzen das anfallende Holz aus den 2.000 ha Waldflächen des Gemeindegebietes, von denen etwa 350 ha dem Markt Eggolsheim selbst gehören. Bei Holzversteigerungen wird auch Privatleuten die Nutzung des gemeindlichen Holzes ermöglicht.

Ein weiterer Meilensteil im Bereich der regenerativen Energien ist das im Jahr 2015 ans Netz gegangene Wasserkraftwerk am Main-Donau-Kanal im Gemeindeteil Neuses. Ganzjährig werden dort 130 KW pro Stunde Energie aus Wasserkraft erzeugt. Die produzierten ca. 1,2 Million KWh pro Jahr genügen rechnerisch, um den Gemeindeteil Neuses ganzjährig mit Strom zu versorgen. Zwei weitere kleinere Wasserkraftanlagen am Eggerbach in Eggolsheim schöpfen die Nutzungsmöglichkeit der Wasserkraft im Markt Eggolsheim optimal aus.

Auch beim eigenen Energieverbrauch geht der Markt Eggolsheim einen besonders ökologischen Weg. Seit 2013 wird der Eigenbedarf aller öffentlichen Gebäude inklusive der Straßenbeleuchtung ausschließlich mit Ökostrom gedeckt. Über die Stadtwerke Forchheim werden zirka 1,1 Mio. KWh Ökostrom geliefert, der ausschließlich aus regenerativen Anlagen stammt. Auch der Abwasserzweckverband Eggolsheim-Hallerndorf versorgt sich über diese Kooperation mit den Stadtwerken Forchheim.

Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass der Markt Eggolsheim seinen Beitrag zur Energiewende im hohen Maße leistet. Rechnerisch wird im Markt Eggolsheim mehr Strom- und Heizenergie erzeugt als verbraucht. Damit nimmt der Markt im Bereich der regenerativen Energien eine Vorbildfunktion ein. In wie weit diese durch die Nutzung der Windkraft in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden kann, liegt an der Bürgerschaft. Ein Bau von Windkraftanlagen kommt nur im gesellschaftlichen Konsens in Frage. Interessante Standorte hierfür gäbe es allemal im Gemeindegebiet.