Sportzentrum Eggolsheim: Tolles Projekt, notwendig - herausfordernd!

 

In der Sitzung des Marktgemeinderates vom 27.07.2021 wurde über den aktuellen Planungsstand am Sportzentrum Eggolsheim informiert. Lars Möller vom Büro adlerolesch Landschaftsarchitekten aus Nürnberg stellte in einem Sachbericht alle Maßnahmen bei den Freianlagen und Sportanlagen vor. Zum Gebäude Sportheim hat Architekt Christoph Kaiser, Fürth, den Stand der aktuellen Planung dargelegt. Beim Sportzentrum handelt es sich um eine beplante Gesamtfläche von etwa zwei Hektar.

Die Bausubstanz des Sportzentrums Eggolsheim ist aus den 1970er Jahren. Sie befindet sich in einem mangelhaften Zustand, entspricht nicht mehr den Mindestanforderungen und konnte hauptsächlich nur für bestimmte Arten des Vereinssports genutzt werden. Die geplante Generalsanierung mit Erweiterung soll eine energieeffiziente und barrierefreie Gestaltung des gesamten Anlagenkomplexes ermöglichen, um breite Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen und zeitgleich als „Best-Practice-Beispiel“ für energieeffiziente Sanierungsmöglichkeiten in die Bürgerschaft strahlen. Die Erweiterung selbst, insbesondere im Rahmen der Sportangebote, soll die Anlage für die Bürger insgesamt und den Schulsport (Grund- und Mittelschule) im Speziellen öffnen.

Aktuell ist auf dem bestehenden Sportgelände der Verein SV DJK Eggolsheim mit über 1.300 Mitgliedern aktiv. Er verfügt über ein breitgefächertes Sport- und Bewegungsangebot und betreibt eine umfangreiche Jugendarbeit. Etwa 30 U-Mannschaften sind in den verschiedenen Abteilungen (Basketball, Fußball, Volleyball, etc.) tätig. Darüber hinaus werden in der Gymnastikabteilung u.a. Kinder bei Kursen wie z.B. Kinderturnen an Bewegung und Sport herangeführt. Diese Jugendarbeit fördert das Sporttreiben bereits in jungen Jahren und ist wichtiger Bestandteil bei der Integration in die örtliche Gemeinschaft. Die zukünftig mitnutzende Grund- und Mittelschule hat derzeit 15 Klassen und insgesamt ca. 300 Schüler.

Das Nutzungskonzept mit den Vereinen in Kombination mit dem Schulsport sowie der potentiellen Öffnung für weiteres bürgerschaftliches Engagement und vielfältiger sozialer Projekte bewirkt Synergien und gewährt langfristig eine hohe Auslastung sowie dauerhafte Nutzung der Sportanlagen. Die schulische Nutzung beschränkt sich vornehmlich auf die Vormittage während der Schulzeit. Hauptsächlich am Nachmittag bzw. am Abend und an den Wochenenden sind die Vereine mit ihren Sportangeboten vertreten.

 

Zur baulichen Tätigkeit:

Im Norden wird die Zufahrt von knapp drei Metern auf 4,75 m verbreitert, so dass der Begegnungsverkehr problemlos möglich sein wird. Der B-Platz bleibt weitgehend unberührt. Lediglich Flutlicht und Ballfangzaun werden erneuert. Das Zentrum der Sportanlage bildet der sog. Campus. Es werden ein Beachvolleyballfeld mit Kugelstoßanlage, ein multifunktionaler Hartplatz für den Ballsport (Handball, Basketball, Fußball, Volleyball) und mit Hoch- und Weitsprunganlage gebaut. Dazu gehört auch eine 4 x 100m Laufbahn. Die Anlage ist mit LED-Flutlichtern ausgeleuchtet. Neben der Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen soll auch Aufenthaltsqualität geschaffen werden. So sind Sitzmöglichkeiten unter Bäumen vorgesehen, die zum Zuschauen einladen. Zur Funktionalität gehört auch ein Geräte- und Platzwartraum. Im Bereich des Sportcampus ist auch eine Fläche vorgesehen, die eine Erweiterung zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht oder bei Festen für das Aufstellen eines kleinen Zeltes geeignet wäre.

Das Umfeld des Sportheimes wird ebenfalls saniert und die Zugänge barrierefrei gestaltet. Über den Bereich der Überdachung wird es mittels Rampen und Lift möglich sein, auch den Gastrobereich barrierefrei zu erreichen. Die Pflasterung sowie auch die Stufen zum A-Platz werden erneuert und es sind Treppenstufen als Abgänge geplant. Sie erleichtern die Begehbarkeit zu Laufbahn und A-Platz. Im Vorbereich des Sportheimes sind zehn Fahrradständer vorgesehen, die doppelt belegt werden können. Das Gebäude selbst wird auch im Inneren barrierefrei umgebaut. So wäre es künftig auch mit Rollator oder Rollstuhl möglich, die verschiedenen Ebenen (außer das Kellergeschoß) zu erreichen. Alle Räume werden generalsaniert und das Gebäude technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dazu gehören u.a. die Dämmung der Fassade, Erneuerung der Dachabdichtung oder die Ertüchtigung von Rohrleitungen und der Elektroverteilung.

Die Umkleideräume und der Sanitärbereich werden nach Süden hin erweitert. Künftig wird es möglich sein, sechs Kabinen gleichzeitig zu nutzen. Verschiedene Räume werden umgenutzt (z.B. Öltankraum) und Möglichkeiten für Lehrerumkleiden, Büro- und Lagermöglichkeiten für Sportgeräte geschaffen. Der Imbissverkauf bleibt im Wesentlichen erhalten. Der Innenausbau von Gastraum mit Küche wird von der DJK in finanzieller Eigenleistung (i.H.v. 150.000 €) erbracht. Südlich des Sportheims sind ein Technikraum und Garagen geplant. Hier sind die technischen Anlagen der Platzbewässerung und die Gerätschaften für Platzpflege sowie den sonstigen Unterhalt untergebracht. Das Oberflächenwasser wird in einer 50 m³ großen Zisterne gesammelt und zur Bewässerung der Außenanlagen und Plätze genutzt. Die Nachspeisung soll mittels eines Brunnes erfolgen, um den Verbrauch von wertigem Trinkwasser zu minimieren.

Der Wärmebedarf des Sportheimes und auch der anderen geplanten Liegenschaften (Kindertagesstätte und Bundeskegelbahn) wird mittels zentraler Hackschnitzelheizung gedeckt werden. Sie soll im Westen im Bereich des Parkplatzes gebaut werden, damit die Leitungswege zu den Gebäuden möglichst kurz und gleichmäßig verteilt sind. Das Heizwerk soll Stand jetzt von der Marktgemeinde betrieben werden und trägt positiv zum Energiestandard der Gebäude bei.

Ganz im Süden soll der bisher zu Trainingszwecken genutzte C-Platz durch ein neues Rasenspielfeld ersetzt werden. Im Laufe der Planung wurde von Kunst- auf Naturrasen umgeplant. Dies ist in erster Linie den Umweltproblematiken eines Kunstrasenspielfeldes geschuldet (z.B. Immission von Microplastik). Aber auch der Unterhalt und Pflege bringen wenig Vorteile. Hinzu kommt außerdem, dass ein Kunstrasenspielfeld etwa 400.000 € an Mehrkosten verursacht.

Der bisherige C-Platz hat einen ungeeigneten Unterbau und ist deshalb schwer zu unterhalten. Der Zustand ist teilweise auch schlecht. Das neue Naturrasenspielfeld wird in den Ausmessungen von 60 x 90 Metern und mit neuem Unterbau realisiert. Durch die beengten Platzverhältnisse muss der bestehende A-Platz zugunsten des neuen C-Platzes um ca. 4 bis 5 Meter gekürzt werden. Einher gehen damit die Versetzung von Flutlichtmasten und Ballfangzaun. Er ist dann trotzdem noch ausreichend groß und hat Maße von 68 x 100 Metern. Mit dem neuen C-Platz bestehen auch neue Gelegenheiten für Spiele im Bereich Kleinfeld. Sowohl für den Schulsport als auch die vielen Jugendmannschaften der DJK schafft das neue Spielfeld bessere Verhältnisse und Möglichkeiten.

Im Westen des Sportheims wird ein neuer, zentral gelegener Parkplatz angelegt, der mit etwa 60 bis 70 Stellplätzen ausgestattet wird. Er kann von allen Besuchern der Sportanlagen, der geplanten Bundeskegelbahn, des Schützenheims und auch der geplanten Kindertagesstätte multifunktional genutzt werden. Die Wege zu den Gebäuden und Anlagen sind dadurch kurz und auf einer Ebene.

Neben den baulichen Maßnahmen wurde auch die sich aktuell ermittelte Kostensituation zu den Maßnahmen am Sportzentrum erläutert. Diese hat sich wesentlich verändert. Für den Planungsbereich Freianlagen wurden Bau- und Baunebenkosten in Höhe von 2.740.043,00 € ermittelt, die Sanierung des Sportheims benötigt 2.341.902,42 €. Zusammen mit den Kosten der Heizzentrale (ca. 257.000 €) ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 5.338.945,42 €. Mit Beschluss vom Oktober 2019 wurde ein Ausgaben- und Finanzierungsplan in Höhe von insgesamt 3.366.709,08 € aufgestellt. Die im Verhältnis zu den aus 2017 ermittelten Kosten ergibt dies eine Kostensteigerung von über 50 %.

Im Vergleich zum Ausgaben- und Finanzierungsplan von 2019 beträgt der Eigenanteil des Marktes Eggolsheim nicht mehr 1,04 Mio. €, sondern knapp 2,7 Mio. €. Die Finanzierung dieses Betrages stellt für die Marktgemeinde eine sehr schwer zu bewältigende Herausforderung dar. Aus Sicht der Verwaltung wird es im Sinne einer Umsetzung erforderlich sein, sämtliche finanziellen Ressourcen zu aktivieren. Hierzu muss zwingend auch über die wohnbauliche Nutzung und dahingehende Verwertung des alten Parkplatzes an der Forchheimer Straße nachgedacht werden. Die übrigen Finanzmittel müssten über Einsparungen, Kredite oder Einnahmensteigerung aufgebracht werden.

Problematisch wirkt sich die aktuelle Entwicklung mit dem Trend aus, dass weitere Betriebsansiedlungen und wirtschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der Marktgemeinde nicht oder kaum mehr umsetzbar sind und stellt die Finanzierung des dargestellten Bedarfs an Eigenmitteln in Frage.

Angesichts der nun in erheblichem Umfang nötigen Finanzmittel hat der Marktgemeinderat beschlossen, dass vor einer weiteren Bearbeitung die ordnungsgemäße Finanzierung der Maßnahme sichergestellt werden muss. Hierzu wird sich der Marktgemeinderat im Herbst in einer Klausurtagung beraten, bei der sämtliche in Planung befindliche Großprojekte hinsichtlich ihrer Finanzierung auf den Prüfstand zu stellen sind.

Die Zielsetzung, beim Sportzentrum noch in 2021 Ausschreibungen zu tätigen, muss angesichts der unsicher gewordenen Finanzierungsfrage zunächst zurückgestellt werden. Zu betonen ist dabei jedoch, dass der Generalsanierung der Sportanlagen in Eggolsheim und der damit verbundenen Schaffung von Schulsport-Außenanlagen eine hohe Wichtigkeit und Priorität zugeordnet wird.

Das Projekt bleibt eben eine große Herausforderung für alle Beteiligten!

 

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