Bebauungsplan Schirnaidler Straße
Vorschlag zum Erhalt der Bäume liegt auf dem Tisch

Bei der Eggolsheimer Bürgerversammlung am 27.01.2020 wurde das mit einem Bürgerbegehren behaftete Bebauungsplanverfahren Schirnaidler Straße mit einer aktualisierten Planung eingehend erläutert. Diese neuen Informationen sollen über die Gemeindezeitung auch der gesamten Bürgerschaft zur Verfügung gestellt werden. Vorgestellt wurde bei der Bürgerversammlung eine Variante, die die Bebauung der umstrittenen Wiese bei gleichzeitigem Erhalt eines Großteils des Baumbestandes ermöglicht. Unter normalen Umständen und bei Verfügbarkeit geeigneter anderer Bauflächen könnte auf die Bebauung der ursprünglichen Erweiterungsfläche des Friedhofes Eggolsheim verzichtet werden. Es gibt allerdings für die Gemeindeentwicklung entscheidende Gründe, die Bebauung wie geplant mit Mehrfamilienhäusern durchzuführen. Der Marktgemeinderat hat im Planverfahren sehr intensiv alle Argumente der vorgesehenen Bebauung diskutiert und abgewogen, was wo und in welcher Dimension gebaut werden kann.

Die Umfrage zur Schaffung von Wohnbauland in Eggolsheim hat eindeutig ergeben, dass neben dem Wunsch zum Einfamilienhaus auch eine erhebliche Nachfrage an Miet- und Eigentumswohnungen besteht. So wurde bereits zum damaligen Zeitpunkt der Bedarf von zehn Mietwohnungen und etwa zehn Eigentumswohnungen festgestellt. Der in der Umfrage formulierte Bedarf wurde zum überwiegenden Teil von Gemeindebürgern oder deren Abkömmlingen geäußert und auf den Gemeindeteil Eggolsheim bezogen.

Ganz wesentlich ist der Aspekt, dass auch sozial geförderter und barrierefreier Wohnraum in Eggolsheim fehlt. Dieser kann auf der geplanten Fläche zeitnah realisiert werden. Gerade die räumliche Nähe zum Seniorenzentrum St. Martin bietet Eggolsheimer Bürgern die Chance, möglichst lange in der gewohnten Umgebung, der Heimatgemeinde, wohnen zu bleiben. Auch für junge Menschen bestünde im geschaffenen Wohnraum die Möglichkeit, den Start in die Selbständigkeit mit einer eigenen Wohnung in der Heimatgemeinde zu ermöglichen. Weitere Einrichtungen wie Kindergarten, Schule und Rathaus befinden sich in unmittelbarer Nähe. Das schafft kurze Wege und wirkt sich positiv auf das Verkehrsaufkommen aus.
Für die Natur wird zusätzlich ein Ausgleich geschaffen. Im Bebauungsplan wurde festgeschrieben, dass auf einer Wiese am Schwedengraben in Eggolsheim 20 neue Obstbäume gepflanzt werden müssen. Zudem sind weitere Ausgleichsmaßnahmen in Form von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse bereits jetzt verbindlich geregelt.

Im Zuge der fortschreitenden Planung wurden alle Bäume der Fl.Nr. 229 aufwändig kartiert und vermessen. Ein Bestandsverzeichnis mit Lichtbild, Zustand und einer Beurteilung dazu, ob der Baum erhaltenswert ist oder nicht, wurde erstellt. Die vorgesehenen Mehrfamilienhäuser wurden in ihrer Lage so optimiert, dass nunmehr fast keine Bäume mehr weichen müssen. Lediglich sieben Gehölze (davon zwei erhaltenswerte) müssen von vorneherein gefällt werden.
Zur Sprache gekommen sind auch die Erschließungskosten und Baulandpreise. So belaufen sich die Erschließungskosten für das gesamte Baugebiet nach einer ersten Schätzung bei ca. 117 €/m². Dies setzt voraus, dass die Bebauung der umstrittenen Wiese und der privaten Gärten wie derzeit geplant erfolgt. Somit müssten sich die Eigentümer dann auch an den Erschließungskosten beteiligen, sodass ein Grundstückspreis für die Einfamilienhäuser erreicht werden kann der deutlich unter den derzeit marktüblichen 300 €/m² liegt. Ohne die geplante Bebauung der Obstbaumwiese und der privaten Gärten würden die Erschließungskosten auf mehr als 170 €/m² steigen. Dies lässt den Grundstückspreis für die bloße Bebauung mit Einfamilienhäusern auf den Flurnummern 5677 und 5678 erheblich ansteigen.

Abschließend wurde noch einmal die Wichtigkeit der Ausweisung von Wohnbauland an vorgesehener Stelle betont. Sie wirkt ortsabrundend, bezieht den vorhandenen Baumbestand ein und beinhaltet mit den Komponenten Sozialbindung, Barrierefreiheit, Versorgung über das Nahwärmenetz sowie der besonderen Berücksichtigung von Gemeindebürgern wichtige kommunale Interessen. Entscheidend ist auch, dass der Markt Eggolsheim im Eigentum der betroffenen Flächen ist. Dies ermöglicht maximalen Einfluss auf die Bebauung und gewährleistet, dass genau das entsteht, was auch benötigt wird. Eine Bevorratung von Bauland und damit leere Baugrundstücke und mindergenutzte Infrastruktur können ausgeschlossen werden.
Für eine offene Diskussion und Berücksichtigung aller Argumente wurde geworben. Die Vertreter des Bürgerbegehrens wurden hinsichtlich der jetzt vorliegenden Planung zu einem Runden Tisch eingeladen. Möglicherweise sind im aktuellen Planungsvorschlag deren Anliegen weitestgehend berücksichtigt und ein Bürgerentscheid ggf. nicht mehr notwendig.

Die Informationen zur ursprünglichen und aktuellen Planung sowie die umfassende Baumkartierung mit Bestandsverzeichnis sind hier zur Verfügung gestellt:

 

BPlan Schirnaidler Straße neuer Planungsvorschlag Markt Eggolsheim.pdf

BPlan Schirnaidler Straße saP Gutachten Schlumprecht.pdf

BPlan Schirnaidler Straße Baumvermessung.pdf

BPlan Schirnaidler Straße Baumbestandsaufnahme.pdf

BPlan Schirnaidler Straße Gegenüberstellung Erschließungskosten.pdf

BPlan Schirnaidler Straße Entwurf vom 26.11.2019.pdf

BPlan Schirnaidler Straße Begründung.pdf

 

Protokoll zur Bürgerversammlung Eggolsheim/Schirnaidel

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