Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder und Jugendliche,

zum Ende des Jahres will ich zurückblicken auf das vergangene Jahr. Auf die Pandemie und das damit verbundene Trauerspiel beim Impfen gehe ich bewusst nicht mehr ein, wir sind ja alle über die Medien umfassend informiert. Leider ist unser Land vom Vorbild Europas zum bedauernswerten Kranken geworden. Für mich ist das schlimm und gegenüber internationalen Freunden auch peinlich. Und mich ärgert ganz persönlich mein Verlust an Freiheit. Nur mit mehr Impfen gibt es mehr Freiheit zurück, der Wirkungszusammenhang ist unstrittig.

Positiver ist die Regierungsbildung gelaufen. Die Ampel steht, Angela Merkel hat gut übergeben an den neuen Kanzler Olaf Scholz mit so vielen Frauen im Kabinett wie nie. Die Zeichen stehen auf Veränderung: Klimaschutz, Energiewende, Geschlechter- und Generationengerechtigkeit, Umbau der Wirtschaft und vieles mehr. Ist zu hoffen, dass tatsächlich eine ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Erneuerung gelingt. Unser Land muss zukunftsfähig werden, eine riesige Herausforderung.

In unserer Gemeinde haben wir die anstehenden Herausforderungen angenommen. Vieles ist gelungen, einiges auch nicht und es bleibt noch ganz viel zu tun. Ich gehe nach zeitlicher Reihenfolge durch das Jahr 2021 und spreche auch die Zukunft an:

Mit dem Brand des Biomasseheizwerkes neben der Schule ist das Jahr 2020 zu Ende gegangen. Der Schaden war enorm, der Wiederaufbau ist aber weitestgehend abgeschlossen und die Versorgung unseres Nahwärmenetzes mit Energie aus Holzhackschnitzeln wird in Kürze wieder beginnen.

Eine zweite Hiobsbotschaft zum Jahreswechsel 2020/21 war die Insolvenz der Dr.-Wiesent-Gruppe, die Träger der beiden Schulen (FOS und Altenpflege) im Lindner-Gebäude war. Dass schnell ein neuer Träger gefunden wurde, hat uns alle sehr beruhigt. Jetzt haben wir eine langfristige Perspektive mit einem solventen Partner, der Arche Teach and Work International gGmbH.

Bürgerversammlungen waren zu Jahresbeginn pandemiebedingt nicht möglich, deshalb habe ich auf digitalem Weg informiert. Vielen hat der Drohnenflug über die wichtigsten Baustellen gefallen, aber es war eben keine richtige Bürgerversammlung mit dem nötigen Austausch.

Und so hat der mögliche Bau von Windrädern oberhalb von Götzendorf und Tiefenstürmig auch wegen zu wenig direkter Kommunikation Schiffbruch erlitten: Trotz zunächst positiver Beschlussfassung des Marktgemeinderates hat sich eine Mehrheit des Rates nach massiven Bürgerprotesten gegen die Weiterverfolgung des Themas entschieden. Man wird sehen wie es weitergeht, wenn die Rahmenbedingungen durch die neue Regierung geändert werden.

Thematisiert wurde auch ein weiteres Thema in Sachen Naturnutzung: Die in der Pandemie gewachsene Zahl der Mountainbiker wurde kritisch gesehen. Mittlerweile ist dies meines Erachtens kein Thema mehr, es hat sich wieder normalisiert.

Schön war die Auszeichnung als Fairtrade-Gemeinde. Unsere Jugendpflegerin hat sich des Themas angenommen und insbesondere unsere Schule mit eingebunden. Die Jugend fordert verantwortungsvolles Handeln ein.

Weitergegangen ist die Diskussion um die Überlastung unserer Kläranlage. Hier wurde durch den Bau einer eigenen Vorklärung im Brauerei- und Abfüllbetrieb Rittmayer eine wesentliche Entlastung erreicht. Wir haben somit Zeit für weitergehende Überlegungen und eine Einleitungserlaubnis bis 2025. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hat sich gelohnt.

Unsere Schule haben wir mit kommunalen und staatlichen Mitteln bestmöglich digitalisiert und auch mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet. Da sind wir frühzeitig und vorbildlich unterwegs. Ebenso ist in den Kitas eine sehr gute Ausstattung mit Luftreinigungsgeräten gelungen.

Auch unser Rathaus ist zukunftsgerecht wieder ein stückweit digitaler geworden. Das Rathausserviceportal, das Anfang dieses Jahres online ging, sorgt dafür, dass Sie viele Amtsgänge bequem von zu Hause aus erledigen können. Aktuell ist nun noch das Modul „Little Bird“ hinzugekommen, welches die digitale Anmeldung für unsere Kindertageseinrichtungen ermöglicht. Ein Klick auf unsere Website lohnt sich also in jedem Falle und erleichtert viele Behördengänge.

Höchst erfreulich ist die hohe Förderung der neuen Bundeskegelbahn. Dies verringert unseren kommunalen Finanzierungsanteil ganz erheblich. Jetzt wollen wir so schnell wie möglich in die Umsetzung kommen.

Einschneidend war die Sperrung der FO4 (Kamelbuckel). Es wurde schmerzlich bewusst, wie wichtig diese Verbindung ist. Dass zeitgleich der Landkreis die St.-Martin-Straße saniert hat (was natürlich sehr positiv ist), hat die Situation zusätzlich verschärft.

Besonders wichtig war die Erschließung der Baugebiete. Einiges ist fertig, anderes muss 2022 noch gelingen. Wir geben im Interesse der Bauwilligen richtig Gas. Zudem sollen mit innerörtlicher Nachverdichtung weitere Baugrundstücke und auch Mietwohnungen bereitgestellt werden.

Die Wasserversorgung der Quellgebiete mit zweitem Standbein ist in der Umsetzung. Unser Zweckverband hat den Bau der nötigen Ringleitung begonnen und wird ihn in 2022 abschließen. Unser Wasser ist in Menge und Qualität sicher.

Unsere Kita in Drügendorf konnte ihr 30-jähriges Bestehen feiern, leider nur mit einem kleinen „Jubiläum to go“. Der Neubau hat sich bewährt und die alte Schule ist immer noch bis auf weiteres in der Kita-Nutzung.

Der Dorftreff Faulenzer wurde durch die Versicherungskammer Bayern für sein vielfältiges Nutzungskonzept ausgezeichnet, ein verdienter Preis. Pandemiebedingt gab es natürlich einen Einbruch, die Wiederbelebung nach der Corona-Zeit muss gelingen.

Der Neubau einer fünfgruppigen Kita am Sportgelände wurde mit Nachdruck auf den Weg gebracht. Anfang des kommenden Jahres erfolgen die Ausschreibungen und ab Sommer soll gebaut werden. Das ist konkrete Familienfreundlichkeit. Parallel findet die Sanierung des Sportheims und der (Schul-)Sportanlagen statt. Hier stehen wir nach Jahren der Projektentwicklung und langer Planungsphase ebenfalls vor einem Beginn der Baumaßnahmen im kommenden Jahr. Für das marode Sportheim ist es höchste Zeit, dass sich etwas tut.

Bei unseren Projekten denken wir immer an das Klima und an die Umwelt. So wird die Wärmeversorgung der gemeindlichen Einrichtungen am Sportzentrum über eine zentrale Biomasseheizung erfolgen. Zusätzlich wird Photovoltaik auf die Dächer gebaut. Gleichzeitig sehen wir auch die Notwendigkeit, dass auch im Markt Eggolsheim noch mehr für die Energiewende getan werden muss. Ein Energienutzungsplan soll uns die Potentiale für regenerative Energieerzeugung in der Marktgemeinde aufzeigen. Dass wir diese dann auch nutzen sollten, liegt angesichts der bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels auf der Hand.

Im hinteren Eggerbachtal kam es auf der Verbindungsstraße zwischen Tiefenstürmig und Kalteneggolsfeld zu einem Hangrutsch, der die Straße unpassierbar machte. Die Sanierung und der Ausbau der Gesamtstrecke zu einem Kernweg sind aufwendig. Mit finanzieller Unterstützung vom Amt für ländliche Entwicklung ist die Maßnahme machbar und wird zügig in Angriff genommen.

Die Umfrage zur möglichen Nutzung des Alten Rathauses hat einen Mehrheitswunsch in Richtung gastronomischer Nutzung erbracht. Dafür braucht es aber zuerst einen Betreiber, für andere Ideen einen gemeindlichen Mehrwert. Wir sind erst ganz am Anfang.

Besonders wichtig war die Vertragsunterzeichnung mit der Telekom über den kostenfreien Eigenausbau mit Glasfaser bis ins Haus für 80 % aller Anschlüsse. Und auch die restlichen 20 % werden mit staatlicher Förderung gelingen.

Vom Unternehmen selbst abgesagt wurde nach massiven Bürgerprotesten die Ansiedlung der Fa. Geis im Bereich der Spedition Klumm. Stattdessen wird jetzt ein anderes Transportunternehmen den Bereich nutzen. So ist es eben.

Besonders schön war die Obstbaumaktion unserer Obst- und Gartenbauvereine. Die über das Regionalbudget unserer ILE geförderte Maßnahme bringt 850 Obstbäume in die Gärten und in die Landschaft, das ist herausragend. Unsere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Altendorf, Buttenheim und Hallerndorf ist ein echter Gewinn.

Ganz nebenbei entstehen über unser Flussparadies Franken Kunstwerke am Main-Donau-Kanal. Ein sehr schönes steht auf der Höhe unserer Kläranlage – ein Besuch lohnt sich. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage flussparadies-franken.de. Auch diese überörtliche Zusammenarbeit ist wertvoll.

Überaus wertvoll war die intensive Klausurtagung des Marktgemeinderates. Das Programm für die laufende Wahlperiode wurde intensiv diskutiert und dann beschlossen. Wir haben damit eine hervorragende Grundlage für unsere Arbeit.

Wichtig waren auch die Bürgerversammlungen in der Eggerbach-Halle. Weil ich doch wesentlich weniger Menschen als normal direkt erreichen konnte, habe ich die Präsentation kommentiert und auf die Homepage der Gemeinde gestellt. Ich habe im Wesentlichen das vom Marktrat beschlossene Programm bis 2025 vorgestellt und kann Ihnen die Präsentation wirklich empfehlen. Sie erfahren darin umfassend, welche Herausforderungen unsere Marktgemeinde in den nächsten Jahren bewältigen muss.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich Ihnen einen Rückblick auf das Gemeindejahr 2021 gegeben. Für mich ist es auch eine Art Rechenschaftsbericht Ihnen allen gegenüber. Ich kann Ihnen versichern, dass die Arbeit im Rathaus und im Marktgemeinderat intensiv und konstruktiv weitergeht. Alle arbeiten eifrig am Vorankommen unserer Gesamtgemeinde mit, das macht mich zuversichtlich.

Bezüglich meiner Weihnachtswünsche verweise ich auf die Titelteaser der Homepage. Ich bedanke mich herzlich für das mir entgegengebrachte Vertrauen und verbleibe

 

mit herzlichen Wünschen

Ihr und Euer

Claus Schwarzmann

1. Bürgermeister

 

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