Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Kinder und Jugendliche,

 

am 26. Mai ist Europawahl. Ich rufe Sie an dieser Stelle mit Nachdruck auf, diese Wahl wichtig zu nehmen und wählen zu gehen. Warum diese Wahl so wichtig ist, dazu zitiere ich aus einem Aufruf des Bundespräsiden Frank-Walter Steinmeier, den er gemeinsam mit 20 Amtskolleginnen und Amtskollegen aus ganz Europa veröffentlicht hat:

„Europa ist die glücklichste Idee, die wir je hatten. Mit der europäischen Einigung hat sich eine jahrhundertelange Hoffnung auf Frieden in Europa erfüllt, nachdem ein entfesselter Nationalismus und andere extreme Ideologien Europa in die Barbarei zweier Weltkriege geführt haben. Dieser Frieden, unsere Freiheit und der darauf basierende Wohlstand sind bis heute nicht selbstverständlich. Die große Idee eines friedlichen und geeinten Europa muss von uns allen immer wieder neu erstritten werden. Die Europawahl 2019 hat daher eine besondere Bedeutung. Es sind Sie, die Bürgerinnen und Bürger, die darüber bestimmen, in welche Richtung sich unser gemeinsames Europa entwickeln soll. Die Völker Europas haben sich aus freiem Willen zusammengeschlossen. Die EU gründet auf einem freien, gleichberechtigten, solidarischen, demokratischen, gerechten und loyalen Miteinander. In der Europäischen Union entscheiden die gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlaments gemeinsam mit dem Rat der EU, also den Regierungen aller Mitgliedstaaten, welche Regeln in Europa gelten sollen und wofür europäisches Geld ausgegeben wird.

Europa ist unser aller Heimat. Europa ist für viele, insbesondere junge Menschen, längst zu einer zweiten Heimat geworden. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, ihr Dorf, ihre Stadt, ihre Region, ihr Vaterland zu lieben und überzeugte Europäer zu sein.

Unser Europa kann Herausforderungen gemeinsam lösen. In diesen Monaten steht die Europäische Union mehr als je zuvor vor tiefgreifenden Herausforderungen: Erstmals seit Beginn der europäischen Integration wird diskutiert, einzelne oder mehrere Integrationsschritte wie die Freizügigkeit rückgängig zu machen oder gemeinsame Institutionen abzuschaffen. Zum ersten Mal hat ein Mitgliedstaat die Absicht, die Union zu verlassen. Dem gegenüber stehen diejenigen, die für mehr Integration innerhalb der EU bzw. des Euroraums oder ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten plädieren.

Zu diesen Fragen bestehen unter den europäischen Bürgerinnen und Bürgern, den Regierungen der Mitgliedstaaten und auch unter uns Staatsoberhäuptern unterschiedliche Ansichten. Einig sind wir uns jedoch darin: Die europäische Integration und Einheit ist unverzichtbar, und wir wollen Europa als Union fortsetzen. Nur eine starke Gemeinschaft wird sich den globalen Herausforderungen unserer Zeit stellen können: Die Folgen von Terrorismus, Klimawandel, wirtschaftlicher Globalisierung und Migration machen nicht an nationalen Grenzen Halt. Wir werden diese Aufgaben nur gemeinsam bewältigen.

Wir wollen eine starke, handlungsfähige EU. Wir brauchen daher eine starke, handlungsfähige EU mit gemeinsamen Institutionen. Eine EU, die sich immer wieder auch einer kritischen Überprüfung ihrer Aufgaben stellt und zur Reform fähig ist. Eine EU, die auf ihren Mitgliedstaaten als einem unverzichtbaren Fundament aufbaut.

Dieses Europa braucht den politischen Streit um den besten Weg. Doch ein Zurück zu einem Europa, in dem die Staaten nicht mehr gleichberechtigte Partner, sondern Gegner sind, darf es nicht geben. Unser Europa braucht unsere Stimme. Ein geeintes Europa braucht unser aller Stimme. Deshalb: „Gehen wir zur Wahl! Es geht um unser Europa und unsere Zukunft.“

 

 

Herzlich

Ihr und Euer

 

Claus Schwarzmann

1. Bürgermeister

 

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